Schlecken- alles gut?

Im Internet sieht man viele Videos, auf denen ein Baby neben einem Hund liegt, zu ihm krabbelt, auf ihn zuwackelt oder ihn betastet. Viele Hunde schlecken dabei die Babys u.a. im Gesicht ab, schauen kurz in die Kamera und schlecken weiter. Solche Bilder sprechen viele Menschen an. Viele wünschen sich genau diese Beziehung zu sehen. Sie sehen Liebe, Fürsorglichkeit und Nähe. Leider ist die Realität oft nicht ganz so rosig.

Schlecken nicht immer liebevoll?

Was genau das Abschlecken eines Babys oder Kindes bedeuten kann, lernen Eltern in jedem kostenlosen Dogs and Storks-  und  Dogs and Baby-Connection- Vortrag.  Wichtig zu wissen ist: es ist häufig ein Hinweis darauf, dass dem Hund das Baby oder Kind zu nah ist. Für mich ganz persönlich war es zunächst schwer, das zu glauben. Je mehr ich gelernt habe und je besser ich die Körpersprache meiner Hündin lesen konnte, wurde mir eines klar: auch sie schleckte meine Tochter häufig ab, wenn sie mit einer Situation überfordert war.

Doch was können Eltern tun?

Zunächst einmal ist es immer sinnvoll zu agieren und nicht nur zu reagieren. Das heißt vereinfacht, dem Schlecken zuvor zu kommen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der Erwachsene setzt sich zwischen Hund und Baby, wodurch er einen Sichtschutz bietet und beide trotzdem in einem Raum sein können. Alternativ kann der Erwachsene den Hund auch auf den positiv belegten Platz schicken.

Manche Hunde haben aber auch gerne eine Pause von dem Trubel mit dem Baby und sollten daher die Möglichkeit bekommen, das Zimmer zu verlassen und sich zurückzuziehen.

Schleckt der Hund bereits, sollte er hierfür auf keinen Fall bestraft werden. Zu groß ist die Gefahr, dass er das Baby negativ verknüpft. Besser ist es, den Hund  zu sich zu rufen und in Zukunft solche Situationen zu vermeiden, indem man sich beispielsweise zwischen die beiden setzt.

Hunde wissen nicht automatisch, wie sie sich in der Nähe von Babys verhalten sollen

Kommt ein Baby in die Familie, so verändert sich viel. Am Anfang ist insbesondere das Verhalten der Eltern verändert. Mit der Zeit beginnt das Baby sich dann auch mehr zu bewegen und ggf. auf den Hund zuzukrabbeln. Es ist inkorrekt, davon auszugehen, dass der Hund weiß, wie er mit einem Baby umgehen kann. Manche Hunde zeigen Angstverhalten, andere werden aufgeregt, manche sind überfordert. Es liegt an dem Erwachsenen, dem Hund zu zeigen, dass er sich nicht fürchten muss, ihn für erwünschtes Verhalten in Anwesenheit des Babys zu belohnen und ihm zu zeigen, was er tun kann. Aus Sicherheitsgründen sollten Hund und Baby nie alleine gelassen werden. Nur ein wirklich aufmerksamer Erwachsener kann für ein harmonisches Zusammenleben sorgen.

Ist die 100%ige Aufmerksamkeit nicht möglich, da man als Elternteil beispielsweise auch gerne einmal telefoniert oder eine E-Mail beantwortet, so sollten Sicherheitsmaßnahmen, wie ein Kindergitter oder eine Hundebox Baby und Hund vor einem unerfreulichen Zusammentreffen schützen.  Beide können schon in der Schwangerschaft für den Hund angenehm verknüpft werden.

 Streicheln lernen

Babys wissen nicht instinktiv, wie sie mit dem Hund umgehen sollen. Das Bedürfnis, die Welt kennenzulernen, ist bei Babys groß. Vieles wird gegriffen, gedrückt, in den Mund genommen. Das ist wichtig für die Entwicklung! Das Kind kann dabei die Rute des Hundes, seine Pfoten oder gar Ohren auf schmerzhafte Weise erforschen wollen. Dabei lernen beide nicht das, was wir uns wünschen. Der Hund lernt, dass das Baby ihm weh tut. Das Baby lernt, dass man so mit Hunden umgeht. Streicheln sollte daher immer von einem Erwachsenen geführt sein.

Wie dies aussehen kann, lehrte mich Jeniffer  Shryock. Ein Elternteil, der das Baby auf dem Schoß hält, lädt den Hund ein, zu kommen. Dabei sollte der Erwachsene sich nach Möglichkeit nicht von oben über den Hund beugen, sondern seitlich zu ihm sitzen. Das Kind sollte von Anfang an lernen, nur mit EINER Hand zu streicheln. Zwei Hände führen schnell zu Umarmungen, die Hunde teilweise erdulden, allerdings meist nicht genießen. Bemerke: es handelt sich um eine Einladung. Will der Hund nicht kommen, so sollte er dies nicht müssen. Hunde, die Babys noch nicht nahe kommen wollen, sollten immer wissen, dass sie gehen dürfen.

 Abschluss

Geben sie beiden, Baby und Hund, Zeit, sich kennenzulernen. Niemand möchte zu Interaktionen gezwungen werden- das ist nicht die Basis eines harmonischen Zusammenlebens. Zeit und Hilfe durch den Erwachsenen helfen beiden, ein gutes Team zu werden. Sehen Sie hierbei Probleme, die sie überfordern, können Sie sich jederzeit im deutschsprachigen Raum an die Referenten von familiemithund.info und international an familypaws.com wenden.  Sie haben zudem die Möglichkeit, kostenlose Vorträge für Familien mit Hund zu besuchen. Ist kein Referent in Ihrer Nähe, helfen wir Ihnen gerne beim Auffinden eines passenden Hunde-Verhaltenstherapeuten.

 

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